Von Müdigkeit war an diesem Samstagmorgen um 10 Uhr nichts zu spüren. Die Kinder setzten sich voller Vorfreude vor die Laptops und waren bereit, in die Tasten zu hauen. Was den Kindern an diesem Tag bevorstand, hatte entgegen der Hoffnung einiger Kinder nichts mit Minecraft oder dem Zehnfingersystem zu tun, sondern mit dem Programmieren eines eigenen Games. Der eintägige Schnupperkurs, organisiert von Siemens Schweiz und Code Camp, sollte nämlich Kindern im Primarschulalter das Eintauchen in die digitale Welt und das Erlernen von neuen Fähigkeiten auf explorative und spielerische Weise ermöglichen.
Diese Generation wächst inmitten der digitalen Transformation auf und der Einzug neuer Technologien hält neue Berufsfelder bereit, die wir heute noch nicht richtig abschätzen können. Umso wichtiger ist es deshalb, die Kinder so früh wie möglich auf dieses veränderte Umfeld vorzubereiten, indem sie die dafür nötigen Kompetenzen wie Kreativität, Logik und Teamfähigkeit erlernen. «Kinder lernen sehr schnell und durch das vielfältige Angebot von CodeCamp können sie ihre Skills schon früh entwickeln», so Evica Markovic von CodeCamp.
Durch Perspektivenwechsel mehr Verständnis für die digitale Welt
Ziel des Tages war es, dass die 51 Kinder auf spielerische Weise selbst das Coden lernen und damit von passiven Konsument:innen zu aktiven Programmierer:innen wurden. Zu Beginn wurden die Kinder in zwei Gruppen eingeteilt und jeweils von einem Head Teacher in das Thema eingeführt. Vier Assistant Teacher unterstützten sie dabei. Zwar konnten die Kinder jeweils auf dem grossen Screen sehen, was die nächsten Programmierschritte beinhalten würden, doch bei der Umsetzung der inhaltlichen und gestalterischen Ideen war ihrer Kreativität keine Grenzen gesetzt.
«Spielerisch Programmieren lernen und sich ganz nebenbei die wesentlichen Kompetenzen für die Zukunft aneignen. Und das mit jeder Menge Spass – das ist CodeCamp», erzählt der Gründer Urs Keller. Die Idee entstand vor rund fünf Jahren und seither bietet CodeCamp Kindern in der ganzen Schweiz verschiedene Kurse an. Die Vision liegt für Urs Keller in der Entfaltung der eigenen Kreativität, im Verständnis für die digitale Welt, im Perspektivenwechsel vom User zum Creator sowie in der Lösung von komplexen Themen – alleine und im Team.
Der Tatendrang der Kinder, selbst etwas Neues zu kreieren, war an diesem Tag merklich spürbar. Immer wieder stellten sie spannende Fragen und probierten unmittelbar danach alles auf ihrem Laptop aus. Nach gut zwei Stunden Coden und Konzentration hatte sich dann aber doch einige Energie angestaut, welche am Mittag wieder abgebaut werden musste. So ging es nach einem schnellen Mittagessen für die Kinder nach draussen, wo sie sich beim Fussball spielen oder Malen mit Kreide austoben und den Kopf lüften konnten. Mit vollem Energielevel widmeten sie sich am Nachmittag wieder dem Programmieren ihrer eigenen Games.
Die Kids präsentieren stolz ihre Games
Zum Abschluss versammelten sich alle Kinder, Eltern und Betreuer:innen um 15:30 Uhr zu einer gemeinsamen Präsentation. Drei mutige Nachwuchs-Programmierer:innen stellten ihre eigens entwickelten Games vor – mit kreativen Namen, spannenden Levels und jeder Menge Stolz in den Augen.
Als Erinnerung an den Tag erhielten alle Kinder eine Medaille und die Freude und der Stolz über ihre Leistungen widerspiegelten sich in ihren leuchtenden Augen. Und das Beste: Der offizielle Teil endet zwar um 16 Uhr, aber die Kinder können zuhause jederzeit weiter an ihrem Game tüfteln und somit Skills für die Zukunft formen.

